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Bergsee2021-Reisebericht

Juhuu. Der Lockdown hat ein Ende. Endlich wieder Berge! Frisch geimpft geht es in die Schweiz und bei langsam einsetzender Finsternis und leichtem Regenwetter schnell und kühl hoch zur Bergseehütte.

Zum Glück ist oben gut eingeheizt und extra ein Abendessen für zurückgestellt. Am nächsten Morgen ist alles wieder trocken. Es erwartet uns ein wunderschöner Tourentag mit einem großartigen Panorama. Als Eingehroute suchen wir uns den kurzen und einfachen Bergseeschijen Südgrat aus. Der hat nur 10 Seillängen bis zur Schwierigkeit 5a.

Der Zustieg ist gut ausgetreten und führt über große Felsblöcke. Am Einstieg sind wir nicht allein. Vier weitere Seilschaften seilen sich gerade an. Zum Glück gibt es genug Routen, die Kletterer verteilen sich und wir müssen nicht lange warten, bis die Jungs mit den olivgrünen Uniformen ihr verklemmtes Seil geborgen haben.

Unten tänzeln wir über griffarme Platten mit hervorragender Felsqualität und Bohrhaken wohin man auch schaut. Oben wird der Fels griffiger und die Absicherung einen Hauch alpiner. Die vielen Routen laufen nach und nach zusammen. So sehen wir die ganzen Kletterer vom Einstieg alle am Stand wieder.

Zum Glück gibt es angesichts der stabilen Verhältnisse und der kurzen Route keinen Grund zur Eile. Wir machen einfach eine Wandjause, lassen die Beine runter baumeln und warten, bis die anderen Platz gemacht haben. Dann haben wir die Kante wieder für uns. Die letzten Längen sind so, wie ich mir alpines Klettern vorstelle: Schöne Kletterei, genug Risse für die Friends weiterhin durchgehend solider Fels.

Zum Gipfel hin ist noch mal ein paar Meter schwindelfreies Gehen gefragt. Und nach einer Sonnenpause gehen und klettern wir den einfachen Abstieg runter. Das geht eine ganze Weile gut doch irgendwann stimmt etwas nicht mehr. Wir sind nämlich auf dem Weg zur Voralphütte. Des Rätsels Lösung liegt 30 m hinten über uns. Dort zweigt nämlich der Weg durch den Felsrigel zur Bergseehütte ab. Das Hinweisschild steht so, dass wir es von oben nicht sehen konnten, sondern nur von unten. Von dort aus führen ein paar Drahtseile durch einen steilen Felsrigel und nach langem Felsblockgehopse sind wir glücklich zurück auf der Hütte.

Die Gelegenheit können wir nicht ungenutzt lassen. Also greifen wir uns ein Handtuch, gehen runter zum See und Platsch hinein. Die Temperatur hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Was nicht heißen soll, dass das Wasser in irgendeiner Hinsicht die Bezeichnung „warm“ verdient hätte. Ist halt ein Bergsee.

Auf der Hütte beobachten wir ein seltsames Phänomen. Daniel ist ein Bergführer. Und nach einer Tour fängt er an, seine Muskulatur ausgiebig zu dehnen. Eine Zeit lang ist er allein und eine Viertelstunde später sind alle Weintrinker aufgestanden und machen mit. Es braucht eben nur einen einzigen Vorturner, der sich nicht zu schade ist, der Erste zu sein.

Nächsten Tag geht es auf den Hochschijen. Wieder hopsen wir weit über die Felsblöcke. Unterwegs treffen wir ein paar verwirrte Wanderer und schicken sie zurück in die richtige Richtung. Von hinten geht es auf einen Grassattel. Dann stehen wir vor einem Rätsel. Im Führer ist eine Route eingezeichnet mit einer Umgehungsmöglichkeit. Die Bohrhakenlinie über uns sieht ganz schön happig aus. Daher entscheide ich mich sicherheitshalber für die Verschneidung, die nach rechts rüber zieht. Unterwegs entdecke ich, dass eine weitere Bohrhakenlinie auszweigt und die wäre es vermutlich gewesen. Macht nichts. Schön ist die Kletterei auch in unserer Route. Genuss eben. Ist ja Urlaub. Auch hier ist der Fels super und nach der ausgesprochen netten Plattenkletterei wird es nach und nach gratig. Nach etlichen Metern Zackenhopserei dürfen wir abseilen zum Notausstieg.

Dort wartet schon wieder eine richtig schöne Platte Genusskletterei in praller Sonne. Viel zu kurz ist sie zu Ende und ich darf einen Weg durch die Grattürme suchen. Hier sind viele lange Schlingen gefragt, damit das Seil nicht zu viel Reibung macht. Schnell sitzen wir auf dem bequemen Stand unter dem Gipfelblock und die letzten paar Meter sind auch nicht mehr schwer. Auch wenn der Topo am Gipfelblock so gar nicht stimmt, ist der Weg leicht zu finden. Glücklich sitzen wir auf dem Gipfel und genießen den Blick auf den Salbit, der Stausee, den Galenstock. Wieder und wieder tönt das "Diit – duut – döööt" aus dem Tal herauf, wenn der Postbus sich die Kehren hoch oder runter arbeitet.

Zum Abstieg seilen wir dreimal ab und laufen teils recht steil über ein Grasband aus der Wand heraus. Auch jetzt ist wieder eine halbe Stunde Felsblockhopsen angesagt, bis wir wieder zurück sind auf der Hütte. Es ist einfach nur schön hier oben. Besonders bei so einem Wetter.




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