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HarzMrz2014-Reisebericht

Gut, dass es Wettervorhersagen gibt. Diesmal ist sie genial. Und ich weiß, ich will los. Unbedingt. Stephan und die üblichen guten Seilpartner haben alle was anderes vor. Und da kommt mir eine Idee.

Ich bin ja Trainer und gebe gelegentlich Kurse zum Vorstieg mit mobilen Sicherungsmitteln. Die sind meist gnadenlos überbucht und mir tun die vielen Kletterer auf der Warteliste leid, die gerne wollen, aber einfach keinen Platz bekommen. Die wollen bestimmt alle gerne mal an den Fels. Warum schreib ich die nicht mal an, ob sie mal ein Wochenende mit kommen wollen?

Kristina will, ruft mich Freitagabend an und Samstag früh sehen wir im Auto zum ersten mal und rollen durch den Nebel Richtung Ith. Denken wir so. Unterwegs kommen wir ins Gespräch, das Gespräch auf Mehrseillängentouren, die Mehrseillängentouren gibt es im Harz und mit den Worten „Stand – Seil ein – Seil aus – Nachkommen – Komme“ ändern wir die Richtung nach Südosten, während sich im Dunst langsam die Höhenzüge des Westharz schemenhaft abzeichnen.

Um halb elf hat die volle Sonne die Marienwand schon angenehm vorgewärmt und die Skiunterwäsche ist überflüssig. Noch eine kurze Einführung ins Rausnehmen der Friends und Sichern über Stand und dann geht es los. Schöner, rauer Griffiger Granit mit Rissen und Rillen. Immer wieder einfach nur schön.

Oben fliegt der Pullover zur Seite und im Abstieg zeigt sich schon der Treppensteingrat. Um eins streichelt die Sonne auch den Drachenturm. Die Falterwand ist für einen Vierer schon ganz schön herausfordernd und die Überfalltechnik zum Abstieg hinter den Gipfelblock ebenso neu, wie das Sichern über einen mobilen Stand. Vorm Treppensteinturm gibt es eine große Pause und anschließend die Schlüsselstelle der gesamten Tour.

Lange genießen wir den wunderbaren Ausblick von der Sonnenterasse mit dem großen Felskuller mit Motorradformeleinssoundkulisse. Unerwartet kommt ein Kletterer zu Besuch und zwar ohne Seil. Keine Ahnung, wo der her kam. Vermutlich durch den Schwiegermutterriss. Turnt hoch auf den Gipfelblock, wieder runter und verschwindet ebenso undramatisch wie er erschienen ist.

Dann einmal abseilen erklären und abseilen. Es geht seitlich vorbei und dann auf den Klotz, hinten Kristina gesichert und Jörg seilfrei wieder runter.

Und dann wartet noch der Große Treppenstein und sein Westgrat. Ich hab da ja so einiges erlebt. Und das spüre ich beim Vorstieg ganz deutlich. Es tut mir gut, dass ich wieder hier bin. Den Stand hinter dem Überfall baue ich diesmal mit drei Friends. Und ich achte sehr genau darauf, wie ich Kristina platziere.

Eigentlich endet die Tour an der Nische, in der früher mal das Routenbuch lag. Den anschließenden Kamin sichere ich Kristina noch kurz hoch und dann sind wir glücklich, dass die engen Kletterschuhe in den Rucksack fliegen. Oben gönnen wir uns noch eine halbe Stunde auf dem Gipfel und genießen die wolkenlose Aussicht und den wunderbaren Märzabend.

Langsam wird es schon wieder kühl, wir brechen auf und über den Eselsrücken geht es zurück zum Auto und heim.

War echt schön. Und richtig gut, wieder dort zu sein. Gerne wieder.

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