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OberreintalhütteAug2012-Reisebericht

Hetti fragt mich schon seit Jahren, wann wir mal alpin klettern gehen. Ralf auch. Gehen wir. Also hüpfen alle ins kleine rote Auto, fahren wir bis Ettal, sammeln Patrick und sein Fahrrad ein und gehen von Garmisch-Patenkirchen los.

Voll ist das in der Partnachklamm, nass und eng. Vor lauter Leuten ist von der Klamm kaum was zu sehen. Das Durchkommen ist so schwer, wie der große Holzscheit, den wir hilfsbereit die letzten hundert Höhenmeter zur Hütte hoch tragen. Klare Regeln herrschen hier oben und gute Aussicht auf die Frischluftdusche und ein Meer von gigantischen Felswänden. Echt irre.

Zuerst mal gehen wir die Fahrradkante am Oberreintalturm zum Eingewöhnen. Und wie wir feststellen, zum anschließenden Material Aussortieren. Zum Glück kann Patrick noch gerade zur Seite springen, als die drei mikrowellengroßen Kalkwürfel auf ihn zu donnern. Puh, das war knapp!

Auch der Untere Berggeistturm über die Altherrenpartie und obere Milka, die wir am kommenden Tag nicht nur wegen des fortschreitenden Alters sondern vor allem wegen der nicht ganz so weit fortgeschrittenen Trocknung der Felsen aussuchen, ist eine nette Wanderung mit Seil. Und das gehört da schon durchaus an den Gurt.

Abends und an ihrem letzten hüpfen Hetti und Patrick noch wild von Wand zu Wand um hier und da ein paar Seile weit einzusteigen. Wir lassen Hans, den Selbstversorgerhüttenwirt, derweil die selbst mitgebrachten Nudeln kochen und freuen uns über die schön urige Hüttenatmosphäre, bevor ich ein weiteres Mal meinen inoffiziellen Schnarchmeistertitel verteidige.

An unserem letzten Tag endlich kommt die schönste Tour. Durch mystische Nebel steigen wir zum Nördlichen Zunderkopf empor und bei Sonne ein in die angenehm zurückhaltend sanierte Alte Ostwand. Außer den Standhaken gibt es hier im Schnitt weniger als einen Bohrhaken pro Seillänge. Dafür jede Menge Rostgurken und natürlich viel griffiges Gestein mit selbsterneuernden Ausbrechkanten. Und jedes Mal, wenn beim Festziehen der Keile ein Stück Fels wegplatzt, macht der Berg mit einem intensiven Geruch nach frisch geschlagenem Feuerstein seinem Namen alle Ehre.

Viel Zeit verbrauchen wir, um links oder rechts an den Standplätzen vorbei zu schießen oder Erkundungsseillängen vorwärts, rückwärts und seitwärts zu absolvieren. Wenn man es erst einmal gefunden hat, macht das Fünfergelände viel Freude und alpine Gefühle im besonders scharfkantigen Kalk. Den letzten Standlatschenverwechsler korrigieren wir seilfrei und nach ein paar weiteren Steinwarnrufen stehen wir glücklich im Gipfelnebel.

Verdammt, wo ist hier der Nordgrat? Ohne Sicht, Magnetnadel und Ortskenntnis ist der nicht zu unterscheiden. Ganz bewusst klettern wir die Zweierrinne zur falschen Seite runter. Einfach, weil es der einzige Abstieg ist, den wir zweifelsfrei zuordnen können und wo wir sicher wissen, wo wir sind. Runter in den Hundsstall, wieder hoch auf den Sattel und wieder runter zur Hütte. Gerade noch pünktlich zum Essen sitzen wir wieder nach elf Stunden Tour vor unserem Radler und haben echt was erlebt.

Gerne wieder.


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