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TannheimerBerge2011-Reisebericht

Als Trainer darf ich regelmäßig zu einer Fortbildung. Die ist meist ganz weit weg. Zumindest für das, was mich so interessiert. In diesem Fall Klettern in Mehrseillängen.

Dankenswerterweise nimmt Heiko mich von Kirn aus mit. Und während wir im Auto ins Allgäu schwitzen, werden wir bereits von beeindruckenden Unwetterwarnungen verfolgt. Noch ist das Wetter gut und heiß und die Tannheimer Hütte eng und schmuck wie eh und je. Seit fünf Jahren schiebt die Sektion Kempten den Abriss vor sich her. Zum Glück. Und dann kommt das Wetter. Wie ein Apfel vom Baum fällt die Temperatur. Rumms. Nachts prasselt der Regen, tags rollen Blitz und Donner mit Schneegestöber. Von 25 Grad plus bis auf minus. Und Sonntag früh stehen wir vor einer geschlossenen Augustschneedecke mit Schneemännchen.

Im Sauwetter haben wir Zeit für Hüttenfrieden und nette Gruppe. Umweltbildung und Theorie. Gämse, Murmeltier, Steinadler, Rotwild und Bergwald. Sabine war Försterin. Sie weiß, wovon sie spricht. Den Wald sehe ich danach mit anderen Augen. Und bei Kaspar und Max wird auch die Sicherungstheorie richtig lustig. Vor allem mag ich Kaspars klare Antworten mit klaren Kriterien.

Sonntag ist Sonne, der Schnee schnell weg und die Theorie wird angewandt. Weil die „Wirklich oben“ besetzt ist, gehen wir ins „Paradies“. Echt schöne Route. Auch wenn ich alpin uneingeklettert in der 6+ weniger gut auf den Finken stehe, als mir als Trainer gut stehen würde.

Mit gutem Feedback geht der Kurs zu Ende und jeder Teilnehmer seines Weges. Mich kommen Jan und Esther besuchen und wir haben Spaß am Fels. Montagmorgen machen Jan und ich erst mal eine sauschöne, kurze und einfache Eingehtour: „Morgenstund“. Besonders die Fünferrampe oben ist echt nett. Und vermutlich gibt es mehr Bohrhaken als Steine am Övelgönner Elbstrand. Auf die anschließend mit Esther geplante Rote Flüh verzichten wir, weil der Gipfel sich versehentlich in die herabsinkende Wolkendecke gebohrt hat.

Die „Direkte Südwand“ auf die Rote Flüh verhält sich am nächsten Morgen leider auch höchst nebulös. Dafür gehen wir hoch zur Nesselwängler Scharte, Jan und Ester an den Zwergen sportklettern und ich spring mal schnell auf die Kellespitze hoch. Die hoaßt in Österreich Köllenspitze. Ist aber die selbe und eine schroffe Skulptur aus Türmen und steilen Rinnen. Oben lichtet sich der Nebel und gibt den Blick frei auf die wild aufragenden Tannheimer Gipfel. Ein paar Wanderer leisten mir nette Gesellschaft und zwei Klettersteiggeherinnen loben den frisch eröffneten Klettersteig durch die Südflanke in hochalpinen Worten. An einem scharfen Zackengrat gibt’s noch ein Fotoshooting mit Jan. Und unten eine unverzichtbare Radlermaß für uns alle drei.

Mittwoch kommt Sonja dazu. Sonja ist lustig, sonnig und einheimisch. Sie hat früher auf der Tannheimer bedient. Zu dritt klappern wir die Routeneinstiege ab. Schließlich landen wir in der noch freien „Linie 2005“ mit durchwachsener Felsqualität. Eine steinerne Mikrowelle poltert runter und haut uns ein Halbseil kaputt. Wir freuen uns, dass es lang genug ist, dass wir problemlos den Steinschlag raus schneiden können. Durch einen Griffausbruch beschreibe ich einen ballistisch wertvollen Bogen um einen Bohrhaken. Und je oben, desto schöner wird die Route. Am schönsten ist die ausgesetzte splittrige Gipfelplatte mit dem ganz vorsichtigen Anfassen und vom Grat der weite, blaue Blick ins Alpenvorland.

Und nach ein paar stiertragefähigen Allgäuer Bullenabseilen zeigt mir Sonja in der Abenddämmerung noch einen ganz besonderen, edelweißen Aussichtspunkt unterhalb der Roten Flüh. Einfach Friede, Sonnenuntergang und schön. Nachts verlässt uns das gute Wetter und ich morgens dieses wunderbaren Hochtal mit der schönen Tannheimer Hütte. Möge sie noch lange so stehen bleiben, wie sie ist!






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