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WilderKaiser2016-Reisebericht

Jetzt war ich schon ein Weilchen nicht mehr im Wilden Kaiser. Ralf auch nicht. Dabei haben wir dort noch eine ganze Menge „Säcke hängen“. So drückt Ralf das aus. Also los.

Der Wilde Kaiser empfängt uns von seiner wilden Seite. Die ganze Nacht hat es durchgeregnet. Entsprechend nass ist das Gras und entsprechend neblig sind die Wände. Ich mag diese leisen Stimmungen ja, wenn man am Berg ganz allein ist mit der Natur, sich selbst und dem Wunsch nach Orientierung im Nebel. Der geht am kleinen Törl das erste Mal auf und eröffnet uns den Blick auf das Paradies der Stille jenseits der schroffen Gipfel, wo die Fritz-Pflaum-Hütte steht.

Die ist auch einsam, paradiesisch und still, weil sich jeder sein Essen und sein Bier selbst hoch tragen muss. Wir tragen uns mit dem Gedanken, weiter zu gehen auf die Ackerlspitze. Der Weg hoch ist steil, bröselig und ausgesetzt. Der Weg runter auch. Unten zieht er durch eine fast senkrechte Felswand, in der einige Türklopfer drin stecken. Nur eben ohne Tür. Man kann die gut frei abklettern. Man kann es aber auch lassen und so wie Ralf die Weisheit besitzen, das Seil rauszuholen und von so einem Felsklopfer abzuseilen.

Der nächste Tag ist trocken. Wir wollen ja klettern. Also schnaufen wir das anstrengende Kübelkar hoch und steigen in die gleichnamige Sinfonie ein. Das ist eine Kletterroute. Bei einem Versteiger erbeuten wir einen Karabiner und dafür muss ich meinen kleinen grünen Friend opfern. Den bekommen wir auch nach langer Notoperation nicht mehr aus dem Fels. Nach ein paar netten und ein paar bröselig einfachen Seillängen stehen wir auf einer unbedeutenden Gratschuppe und stellen uns vor, es wäre ein Gipfel.

Langsam wird das Wetter gut. So gut, dass wir das Ellmauer Tor überschreiten und zum Predigtstuhl gehen. Ralf hat uns die Dülfer rausgesucht. Das ist angeblich eine IV+. In einer abdrängden, leicht überhängenden Wand verzähle ich mich in den Schwierigkeitsgraden. Natürlich geht das problemlos, aber ich lerne mal wieder den Respekt von den Altmeistern, die solche Wege mit Hanfseil und Nagelschuhen gegangen sind. Der Gipfelblick ist schön und der Abstieg ziemlich alpin. Es lebe der frei abzukletternde Kaiserbrösel.

Bei stabil blauem Himmel geht es zur Törlwand. Orientierung wäre viel einfacher, wenn die Routenzeichnung mit der Route auf dem Foto übereinstimmen würde. Und wenn dort, wo ein Stand eingezeichnet ist, mehr als ein lockerer Rosthaken im Fels rumliegen würde. Schön ist die Tour trotzdem. Und natürlich der Gipfelblick. Der Abstieg hat einen sanften Hauch von alpin. Man kann sich aussuchen, ob man einen schwindelerregenden Grat längs balanciert oder lieber einer brüchige Wand mit 200m Luft unterm Hintern frei abklettert. Und am Ende sitzen wir beide in der Gaudihütte bei unserer Zuspätkommerknödelsuppe.

Dann kommt der Regen. Einen Tag laufen wir in Sankt Anton herum, dann gehen wir in Kufstein einen Kaffee schlürfen und Ralf fährt heim. Ich bin noch ein bisschen in der Gegend und gehe zurück auf die Hütte. Dort wird das Wetter gut und ich lauf noch mal schnell zur Karlspitze hoch. Den Gipfel hab ich mir schon zehn Jahre gewünscht. Endlich kann ich mal das Totenkirchl anschauen. Und zwar von oben! Und die Fleischbank auch. Freundlicherweise hat die Karlspitze sogar noch einen zweiten Gipfel mit genauso atemberaubenden Tiefblicken. Und auf der Gaudihütte wartet ein kaltes Radler.



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