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WilderKaiser2017-Reisebericht

Marie will in die Felsen. Ich auch. Sie ist im alpinen Gelände trittsicher, schwindelfrei und vor allem richtig schnell. Und weil sie grad nach Kufstein gezogen ist, geht es in den Wilden Kaiser. Der liegt nämlich grad vor der Haustür.

Also treffen wir uns in Kufstein und laufen zum Stripsenjochhaus hoch. Vom Strips aus sind drei schöne Gipfel gut erreichen und da will ich hoch. Besonders, weil ich es beim Totenkirchl schon ein paarmal erfolglos probiert habe. Jedesmal kam irgendwas dazwischen. Und wenn es nur das Wetter war.

Zum Totenkirchl starten wir als erstes. Als Eingehtour wählen den Heroldweg. Während ich die erste Seillänge zum Führerweg hoch sichere, werden wir von zwei weiteren seilbefreiten Seilschaften überholt. Schnell ist gut. Wir wären auch schnell, wenn unser Kamin nicht von einer deplatzierten Turnschuhträgerin blockiert würde. In der scharte am Ende der Rampe beginnt die Kletterei. Mit dem Anseilen warten wir geduldig, bis zwei Seilschaften vor uns die Einstiegsfünferstelle mit dem wackeligen Untergriffblock bewältigt haben. Nach wenigen Metern schöner Kletterei kommt sehr einfaches Gelände. Die Seillänge mit der schönen diagonalen Querung ist viel zu schnell zu Ende. Ablassen, noch eine Seillänge klettern, der Rest ist dann eher Lauferei bis zur dritten Terasse und weiter bis zum Gipfelblock. Da kommen noch mal ein paar Meter Kletterei mit Seil und ein paar ohne. Der Gipfelblick ist echt großartig. Beim Abstieg drängen uns ein paar Einheimische ihre Hilfe auf. Macht nichts. Hätte ja auch nötig gewesen sein können. Jedenfalls sind wir kurz vorm Regen unten.

Tags darauf geht es zur Fleischbank. Die Via Classica scheint uns noch etwas mutig, daher nehmen wir den Nordgrat. Am Ende der Einstiegsrinne seilen wir kurz an und das tut gut. Es folgt eine lange Rampe zum Grat. Dort beginnt die Kletterei. Das Seil ist die ersten Meter schon angebracht. Den Rest der 3er Kletterei hätten wir uns das Anseilen auch sparen können. Oben geht es zick und zack und kreuz und quer zwischen Blöcken und Kalkplatten nach oben. Als wir an eine Biwakhöhle kommen muss ich lachen. Ralf hat hier mal eine nasse Nacht verbracht. Er hat sie wohl nicht gefunden. Am Grat oben entscheiden wir uns für das laufende Seil. Die Stelle mit dem Überfall hat mir echt gefallen. Der Gipfelblick ist mal wieder umwerfend. Aber die Tour noch nicht zu Ende. Wir seilen durch die Schöllhornrinne ab und steigen an der Flanke der Karlspitze wieder auf zum Heroldweg. Dort kommen noch einige Abseillängen und eine Diskussion, warum ein Würgeknoten sich nicht als Seilendsicherung eignet. Mit einer Geröllabfahrt geht es in die Steinerne Rinne und dann den langen Weg wieder zurück. Wenige Minuten später gewittert es und uns geht es gut.

Dann wird es nass. Wir entscheiden uns für eine Wanderung und laufen unter der Westwand des Kirchls zum Törl hoch. Genau oben erwischt uns das Kawumm und wir werden mit Eiswüfeln beworfen. Das ist Urlaub on the Rocks! Wir brechen ab, steigen ab zum leckeren Hans-Berger-Haus und was man dort serviert bekommt, ist deutlich himmlischer als im massentouristischem Strips.

Als letzte Tour ist der Predigtstuhl dran. Ich habe Respekt vor der Orientierung. Daher sind wir um viertel vor Sechs schon unterwegs und steigen um viertel nach sieben steige ich schon die erste Seillänge vor. Zum Glück können wir viel am laufenden Seil gehen und sind schneller unterwegs als gedacht. Die beiden ersten 4er Längen sind echt schön. An der großen Schuppe muss ich ganz schön nach einem Standplatz suchen. Oben am Grat verpasse ich die Einquerung in die Ostflanke. Als ich ein paar Meter zurück klettere, produziert sich ein furchtbarer Seilknoten und ich darf improvisieren. Danach geht es das Oppelband hoch. Das ist echt cool. So eine Kletterei habe ich noch nie erlebt. Man reitet, robbt und schiebt sich rittlings einen glattpolierten Block hoch, während es rechts überhängend in die Unendlichkeit hinabgeht. Ein echtes Erlebnis! Sollte man mal gemacht haben. Schon um zwei sind wir am Gipfel, während unter uns drei weitere Seilschaften noch ihren Weg suchen. Damit wir beim Abseilen nicht deren Steinschlag abbekommen, entscheiden wir uns für die komplette Überschreitung. Also klettern wir den Botzongkamin weiter hoch und stehen wenig später auf dem Südgipfel. Nach Süden geht es dann runter. Genau. Es geht. Und zwar immer steil bis ins Geröll und zurück in die Steinerne Rinne.

Das war ein echt cooler Urlaub. Und ich finde, Marie hat unseren Beutekeil als Andenken reichlich verdient.
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