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Yosemite2011-Reisebericht

Es ist schön, dass mein Lieblingsjob gelegentlich an den besuchenswerten Orten dieses Planeten statt findet. So wie die Electronic Imaging Konferenz in San Francisco. Die ist wow, spannend, kontaktend und überblickverschaffend. Vier Tage in luxuriös konspirativer Hotelgefangenschaft mit den anderen Forschern der elektronischen Bilderwelt. Und das nutze ich natürlich anschließend für ein nettes Wochenende vor Ort.

Manche sagen, Amerika sei Europa zehn Jahre voraus. Das stimmt nicht ganz. San Francisco ist uns neun Stunden hinterher. Und es ist auf und ab. Viele steile Straßen, ein paar mit quietschratterndem Cablecar. Man kann schön zu Fuß durch die Stadt bummeln. Kollege Giacomo ist so nett und zeigt mir alles: Das italienische, das maritime und das finanzielle Viertel. In der Bucht liegt Alcatraz, auf dem Pier Seelöwen und Tourismus in der Luft. Und mit der Bahn die Bart heißt, genau wie Simpson Senior, geht es wieder heim.

Mein Firmenkollege Brad ist klasse. Er hat uns eine Besichtigung in der National Ignition Facility besorgt. Dort baut Amerika millimeterkleine Miniatombomben für die zivile Energieerzeugung. Dafür komprimieren sie gefrorenen Wasserstoff mit Laserlicht bis zur Kernfusion bei ein paar hundert Millionen Kelvin. Wollen sie jedenfalls. Bisher dachte ich, Laser wäre das, was im CD Spieler oder in der Supermarktkasse eingebaut ist. Das ist so, als ob man Papierschiffchen für einen Hochsee-Containerfrachter hält. Als ich durch den schiffsrumpfgroßen Reinraum schreite, hallt mein Wow weit durch die Hallen.

Beschreibung

Und jetzt kommt der sonnige Teil der Reise. Yosemite. Dort, wo das Gebiss des Planeten in Form von Granitzähnen in den Himmel ragt. Rauschend stürzt sich das Wasser in die Tiefe und durchfliegt seinen eigenen Regenbogen. Weil die Wege trotz Januar meist passierbar sind, gehe ich zum Upper Yosemite Fall hoch. Denke ich. Leider hab ich den richtigen Weg verpaßt und finde mich wieder in einem gebüschigen Labyrinth aus Sackgassen, Felswänden und Abgründen. Hoch geht es hier nicht weiter, dafür kann ich über ein paar abgründige Rinnen turnen und bekomme gratis ein Sonnenbad mit herrlichem Blick auf die drei Yosemite Fälle, auch auf den versteckten mittleren.

Nachdem ich mir ganz brav in den Büschen die Haut aufgeschrammt, meine halbe Gallone ungenießbar bäklebriges Root Beer ausgekippt und gegen leckeres Wasserfallwasser getauscht habe und neugierigerweise eine einfache Ohneseillänge hoch und wieder runter geklettert bin, steige ich ab ins Tal. Dort kennen ein paar kalifornische Schüler den richtigen Weg. Der ist komfortabel und unten meist eisfrei. Durch steil aufragende Felswände geht es mit Blick auf die beiden Wahrzeichen: Den Wasserfall und den Half Dome. Oben erwartet uns ein Meter Schnee, kekssüchtige Bergdohlen und natürlich der ultimative Brauseabgrund mit den hinabstürzenden Fluten.

Mit meinem grünen Autochen orbitiere ich unten drei mal durch das Tal, um einen guten Blick auf den El Capitan mit seiner heroischen Granitwand zu bekommen. Man kann ja einbahnstraßenerweise nicht zurück und muß daher immer die volle Runde fahren. Schließlich finde ich auch im Curry Village den bekannten Kletterladen, der leider schon um fünf zu gemacht hat.

Am nächsten Morgen gehe ich die paar Minuten zum Wandfuß des El Cap und fühle den Sog im Einstieg der "Nose". Es ist wirklich so. Ich stehe davor, es gibt scheinbar nur eine einzige logische Linie durch diese Welt aus Platten und Rissen. Der Einstieg ist noch ganz leicht und will einfach geklettert werden. Nach vier Metern rufe ich mich zur Vernunft und steige wieder runter. Bis zur Texas Flake und zur Boot Flake ist die Linie von unten erkennbar. Aber wie man über die Kante der bogenförmigen Dacheverschneidung kommen soll, bleibt mir ein Rätsel.

Und dann. Endlich. Hinter dem ersten Tunnel. Stille. Friede. Die endlose Weite der Wälder und Höhen des Yosemite Parks. Jede einzelne Kurve genieße ich. Jede Kurve durch den sonnigen Bergwald mit seinen hohen, rotschwarzgenetztstämmigen Fichten, seinen kleinen Sequoias, seinen weiten Blicken und dem stillen, weißen Frieden.







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